Wie ist das Vorgehen?

Was müssten mein Kind und ich im Rahmen dieser Studie machen?

1. Information und Einverständnis

Zunächst erhalten Sie und Ihr Kind ein Informationsschreiben über die Studie, in dem erklärt wird, was Ihre Teilnahme beinhaltet.

Um zu gewährleisten, dass Sie gut informiert Ihr Einverständnis geben können, bitten wir Sie uns bei aufkommenden Fragen auf jeden Fall per E-Mail, Post oder Telefon zu kontaktieren (siehe Kontakt für mehr Details).

Wenn Sie und Ihr Kind sich entschieden haben an der Studie teilzunehmen, unterschreiben Sie bitte beide die Einverständniserklärungen. Zusätzlich möchten wir Sie darum bitten, einen kurzen Eltern-Fragebogen auszufüllen, der uns wichtige Informationen darüber liefert, ob Ihr Kind an der Studie teilnehmen kann. Bitte schicken Sie diese Unterlagen ausgefüllt an uns zurück.

Wenn eine Studienteilnahme möglich ist, werden wir Sie umgehend kontaktieren und Ihnen die nächsten Schritte erklären.

2. Computerprogramm für zu Hause

Ihr Kind wird gebeten, verschiedene Fragebögen an einem PC mit Internetzugang zu beantworten. Diese fragen danach, wie sich Ihr Kind fühlt (z.B. ängstlich, glücklich…) und erfassen Persönlichkeitseigenschaften Ihres Kindes.

Zusätzlich wird Ihr Kind auch zu seinen Erfahrungen mit Alkohol und Drogen befragt werden. Darüber hinaus werden wir Ihr Kind bitten, einige Aufgaben zu bearbeiten, bei denen schnelle Reaktionen gefragt sind (so genannte Reaktionszeitaufgaben). Diese Aufgaben können Spaß machen, aber auch eine Herausforderung bedeuten.

Wir bitten Sie darum Ihrem Kind die Möglichkeit zu geben, diese Tests alleine und ungestört so ehrlich und konzentriert wie möglich beantworten zu können.

3. Untersuchungen in unserem Forschungsinstitut

Sobald Ihr Kind alle Fragen beantwortet hat und wir die Daten via Internet erhalten haben, laden wir Sie und Ihr Kind in unser Forschungszentrum ein um dort an weiteren Untersuchungen teilzunehmen.

Sie selbst werden gebeten dort einige Fragen am Computer zu beantworten und an einem Interview teilzunehmen. Die Fragen beziehen sich zum Einen auf häufig auftretende psychische Symptome wie Depression und Angst, aber auch auf einen möglichen Drogen- und Alkoholkonsum Ihres Kindes und zum Anderen auf Sie selbst und Ihre Familie.

Gleichzeitig werden wir auch Ihr Kind bitten an einem Interview teilzunehmen und einige Reaktionszeitaufgaben durchzuführen.

Ihr Kind wird auch gebeten einige Aufgaben zu bearbeiten, während es im Kernspintomographen liegt und die Gehirnaktivität gemessen wird. Bei diesen Aufgaben werden verschiedene Signale wie Töne oder Bilder dargeboten. Aufgabe Ihres Kindes ist es entweder möglichst schnell eine bestimmt Reaktionstaste zu drücken oder die Signale einfach nur anzusehen oder anzuhören.

Um genetische Faktoren untersuchen zu können, wird Ihr Kind gebeten sich etwas Blut abnehmen zu lassen.

4. Follow-up:

2 Jahre nach diesen Untersuchungen werden wir alle Teilnehmer anrufen und ein Telefoninterview mit ihnen durchführen, in dem wir erfahren möchten, wie es den Teilnehmern geht und ob sie in den letzten 2 Jahren ihr Verhalten oder ihre Einstellungen verändert haben.

Gibt es Risiken für mein Kind oder für mich, wenn wir an der Studie teilnehmen?

Psychologische Testung:

Die Beantwortung der Fragebögen und die Teilnahme am Interview beinhalten keinerlei Risiken für Sie oder Ihr Kind. Auch die Reaktionszeitaufgaben sind völlig harmlos für Ihr Kind.

Magnetresonanztomographie (MRT):

Die Kernspintomographie ist ein klinisches und nicht-invasives Standardverfahren zur Untersuchung des Gehirns und zur Messung der Gehirnaktivität, das ohne Strahlenbelastung (wie z.B. Röntgenstrahlung) auskommt. Daher kann das MRT bei jugendlichen Teilnehmern sicher eingesetzt werden. Bei der Kernspintomographie werden magnetische Felder verwendet, die, soweit bekannt ist, zu keinen Gewebeschäden führen. Die Untersuchungen beinhalten keine Kontrastmittel. Die Kernspintomographie ist nicht möglich, wenn Körperimplantate aus Metall vorhanden sind. Daher ist es unabdingbar, dass jeder, der sich einer Kernspintomographie unterzieht, vorab entsprechend untersucht wird und zwar vor dem Betreten der entsprechenden Untersuchungsräume. Elektronische Geräte, die in der Nähe des Kernspintomographen verwendet werden, können außerdem aufgrund der Magnetfelder fehlerhaft funktionieren. Deshalb dürfen alle Personen, die solche Geräte bei sich tragen, nicht an der Messung teilnehmen. Dies gilt auch, wenn letztlich nicht ganz klar ist, ob ein solches Gerät tatsächlich vorhanden ist. Die Radiowellenfrequenz, die bei der Kernspintomographie eingesetzt wird, könnte von metallhaltigen Materialien absorbiert werden und u.U. zu einer Erwärmung führen. Dies könnte z.B. bei großen Tätowierungen, wenn diese Eisenpartikel enthalten, oder bei Zahnspangen auftreten. Deshalb wird dies vorab genauestens von ausgebildeten Ärzten untersucht. Studienteilnehmer dürfen die Untersuchungsräume nur betreten, wenn jegliche Gefährdung solcher Art ausgeschlossen werden kann.

Manche Personen, bei denen eine Kernspintomographie durchgeführt wird, können sich eingeengt, eingeschlossen oder nervös und unruhig fühlen. Wir sorgen dafür, dass ein ständiger Kontakt zwischen dem Studienteilnehmer, der im Kernspintomographen liegt, und dem Versuchsleiter besteht, so dass der Studienteilnehmer sein Befinden jederzeit mitteilen kann und innerhalb von 2 Minuten aus dem Kernspintomographen wieder herausgefahren werden kann. Unserer Erfahrung nach ist dieses Gefühl der Enge deutlich geringer, wenn der Studienteilnehmer etwas auf einem Bildschirm während der Untersuchung anschauen kann.

Die Aufgaben, die Ihr Kind bearbeitet während es im Kernspintomographen liegt, beinhalten keinerlei Risiken und sind völlig harmlos.

Unvorhergesehne Befunde:

Die geplante Kernspintomographie wird ausschließlich zu Forschungszwecken eingesetzt und hat nur geringen diagnostischen Wert. Die Bilder vom Gehirn werden nicht routinemäßig von einem Facharzt (Neuroradiologen) untersucht. Dennoch könnte es passieren, dass unvorhergesehenerweise eine Auffälligkeit festgestellt wird, die weiterer Abklärung bedarf. Sollte einer der beteiligten Untersucher eine mögliche Auffälligkeit oder ein mögliches Krankheitszeichen bemerken, so werden die Gehirnbilder einem Neuroradiologen zur Begutachtung vorgelegt. Falls der Neuroradiologe den Befund als möglicherweise krankhaft einschätzt, werden Sie und Ihr Kind kontaktiert und informiert. Der Neuroradiologe wird den Befund erklären und wird Ihnen gegebenenfalls zu weitergehenden spezifischen Untersuchungen raten. Selbstverständlich könnten Sie und Ihr Kind solche weitergehenden Untersuchungen ablehnen.

Was passiert, wenn wir die Teilnahme abbrechen und unser Einverständnis zurückziehen wollen?

Die Teilnahme an dieser Studie ist absolut freiwillig. Sie und/oder Ihr Kind können Ihre Einwilligung zu jeder Zeit und ohne Angabe von Gründen zurückziehen.

Die Daten, die wir von Ihnen erhoben haben und die Blutproben werden dann vernichtet. Ausgenommen davon sind Daten, die bereits ausgewertet wurden, da diese nicht mehr zugeordnet werden können.

SCHWEIGEPFLICHT:

Werden unsere Daten vertraulich behandelt?

Wir werden Ihre Auskünfte nicht an Dritte weitergeben und die Informationen, die wir von Ihnen erhalten, vertraulich behandeln. Informationen, die wir von Ihnen bekommen, werden auch gegenüber anderen Familienmitgliedern vertraulich behandelt, d.h. auch die Antworten Ihrer Kinder werden vertraulich behandelt.

Persönliche Daten und Ergebnisse der Studie werden so aufbewahrt, dass keine unauthorisierten Personen Zugriff darauf haben. Für den Fall, dass persönliche Daten oder biologisches Material in ein anderes Forschungszentrum überführt werden müssen, geschieht dies ausschließlich in pseudonymisierter Form.

Alle persönlichen Daten wie z.B. Name und Adresse werden streng getrennt von den Fragebögen, den Interviewdaten, den Ergebnissen der bildgebenden Untersuchungen des Gehirns und den genetischen Tests aufbewahrt. Alle Informationen werden pseudonymisiert, bevor sie für die wissenschaftliche Auswertung verwendet werden. Pseudonymisiert bedeutet, dass die Fragebögen, das Interview und die Ergebnisse der Bildgebung einen speziellen Code erhalten, bevor sie zur Auswertung verschickt werden.